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In unserem Archiv finden Sie Informationen über vergange Veranstaltungen

Juni 2021 - Einführung in die Religions- und Entwicklungspsychologie

Mit Sr. Lioba Zahn / Abtei Mariendonk


Wie wir wurden was wir sind und werden können, wie Gott uns gemeint hat

Grundlagenwissen über die menschliche Entwicklung von Gefühlen, Grundhaltungen, Verhaltensmustern etc. soll dazu dienen, die eigenen „Mitbringsel“ ins Klosterleben wahrzunehmen. Sie haben für unser monastisches Leben ebenso große Bedeutung wie die vielfältigen Chancen menschlicher Reifung, die bis zum letzten Atemzug möglich ist.

Von Evagrius Ponticus bis Michaela Puzicha denken monastische AutorInnen über das Wechselspiel von Psyche und evangeliumsgemäßem Leben nach; dies Modul soll diese Erkenntnisse in den persönlichen Alltag übersetzen. Dabei werden insbesondere die psychischen Vorgänge unseres religiösen Erleben, Denken, Fühlen und Handeln in den Blick genommen werden: Umgang mit Zweifeln, Trockenheit im Gebet u.v.m.

Texte aus der Bibel, der monastischen Tradition und modernen (Religions)Psychologie werden neben Powerpointpräsentationen zur psychischen Entwicklung, Lerntheorie, Gruppendynamik und Kommunikation den theoretischen Rahmen liefern, Zeiten für persönliche Reflektion und Austausch in der Gruppe, ernsthaftes Fragen und respektvolle Antwortversuche sowie ein möglichst großer Schuss Humor die Atmosphäre prägen.

September 2021 - Einführung in die Psalmen

Sr. Dr. Justina Metzdorf/ Abtei Mariendonk


„Wie ein Garten trägt der Psalter in sich die Früchte aller übrigen Bücher der Heiligen Schrift und macht sie zu Liedern.“ Mit diesem Bild, das aus dem Brief an Marcellinus stammt, benennt Athanasius von Alexandrien (296-373) den Rang, den das Buch der Psalmen innerhalb der Bibel einnimmt: Der Psalter verdichtet Theologie und Geschichte zum Lied, er verwandelt das Nachdenken über Gott und das Leben vor Gott zum Gebet. Athanasius vergleicht das Buch der Psalmen mit einem Garten: Ein Garten kennt Ordnung und Struktur; Gärten sind oft nach einem Konzept angelegt, durch das der Architekt eine bestimmte Botschaft vermitteln will. In gleicher Weise sind die Psalmen nicht willkürlich zusammengestellt, sondern folgen einer vielschichtigen und komplexen Ordnung, der ein bestimmtes theologisches
Konzept zugrunde liegt. Darum sollen die Grundstruktur des Psalters, seine Bauprinzipien und Entstehungszusammenhänge, in den Blick genommen werden. Darüber hinaus werden wir ausgewählte Psalmen näher betrachten, ihre sprachliche und
inhaltliche Struktur erarbeiten und sie mit Hilfe der patristischen Exegese theologisch und existenziell erschließen.

Januar 2022 - Väterlesungen

Mit Äbtissin Dr. Christiana Reemts OSB/ Mariendonk


Worum geht es?

 Die christlichen Theologen der ersten sieben Jahrhunderte, die Kirchenväter, standen vor der geschichtlich einmaligen Herausforderung, in umfassender Weise Theologie, Liturgie und Ethik aufzubauen und so den Charakter des christlichen Lebens als Nachfolge Christi deutlich zu machen. Auf dem Fundament, das sie errichtet haben, steht bis heute der Glaube der Kirche.

 Die Bibel ist für die Kirchenväter der bevorzugte Raum der Gottesbegegnung, so dass nach einem Ausspruch des heiligen Hieronymus gilt: „Die Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen.“

Eine vertiefte Kenntnis der Kirchenväter ist wichtig für das Verständnis der Regel, der Liturgie und der gesamten Theologie. Dazu soll dieser Kurs eine Hilfe sein.

 Wir behandeln:

  • Die Zeit der Kirchenväter
  • Spiritualität der Kirchenväter
  • Gebet
  • Taufe und Eucharistie
  • Schriftlesung
  • Theologie

 Es wird an Texten gearbeitet, und es werden Lesehilfen für ein Weiterstudium gegeben.

März 2022 - Einführung in die Sakramentenlehre

Mit Sr. Raphaela Brüggenthies/ Abtei St. Hildegard, Eibingen


Im erste Artikel der Kirchenkonstitution Lumen Gentium heißt es: „Die Kirche ist in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug (signum et instrumentum) für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ (LG 1). Was hier anklingt, scheint heute mehr denn je erklärungsbedürftig. Was sind Sakramente? Was macht sie aus? Worin unterscheiden sie sich von „säkularen“ Feiern oder Übergangsriten an Wendepunkten des Lebens? Wie lässt sich das, was sich in den Sakramenten schöpfungstheologisch verdichtet und ekklesiologisch verkündet, vergegenwärtigen und christologisch erschließen? Wie kann angesichts einer sich wandelnden Kirche wieder (neu) die sakramental erfahrene Nähe des Heiligen, des Unendlichen im Gewand des Endlichen, seine Unmittelbarkeit durch Vermittlung verstanden und als sakramentales Geschehen gefeiert werden?

Der Kurs thematisiert historische Entwicklungen und legt exemplarisch dar, wie Hl. Schrift, Tradition und lehramtliche Texte die (sieben) Sakramente beschreiben. Auch werden wichtige Begriffe (Symbol, Zeichen, Natur, Gnade etc.) besprochen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf den Sakramenten Taufe und Eucharistie liegen. Ziel ist nicht allein ein theoretisches Wissen. Vielmehr soll im gemeinsamen Lernen dieser Tage die Freude am mündigen Christsein erlebt, (mit-)geteilt und gestärkt werden.

Juni 2022 - Einführung in die Benediktusregel

Mit Sr. Dr. Michaela Puzicha OSB/ Abtei Varensell


Worum geht es?

Als Basistext für das gemeinsame Leben hat die Benediktusregel seit Jahrhunderten signifikante Bedeutung. Sie gibt unseren Gemeinschaften die bendiktinische Identität.

Seit den Anfängen vermittelt das Mönchtum eine eigene literarische Überlieferung, die unmittelbar auf die asketisch-monastische Lebensform bezogen ist. Die Benediktusregel ordnet sich in diese Überlieferung ein, hält den monastischen Konsens fest und gibt ihn weiter.

Als Schrift des 6. Jahrhunderts ist sie jedoch für uns heute auslegungsbedürftig und erfordert die Bereitschaft, dass wir uns mit ihrer Sprache und ihren Themen vertraut machen.

Ihre Kenntnis ist die Voraussetzung der Entscheidung für das Leben in benediktinischer Gemeinschaft.

September 2022 - Einführung in das Neue Testament

Mit Sr. Dr. Justina Metzdorf /Abtei Mariendonk


Das Modul Neues Testament (NT) befasst sich mit den klassischen Einleitungsfragen der Bibelwissenschaft. Neben einer grundlegenden Einführung in das exegetische Handwerkszeug (Methodenlehre) und einem ersten Einblick in die Entstehungszusammenhänge und die Theologie der neutestamentlichen Schriften, insbesondere der Evangelien und der Paulusbriefe, sollen auch die hermeneutischen Fragen nach den Voraussetzungen für eine sachgemäße Schriftauslegung, nach der Inspiration des Bibeltextes und ihren Konsequenzen für die Auslegung angesprochen werden.

Einführung in die Text- und Überlieferungsgeschichte des NT:

  • Bedeutung der Textkritik
  • Entstehung des biblischen Kanons

Einführung in die Evangelien:

  • frühjüdische Literatur und Theologie, geschichtliche und kulturelle Situation Palästinas zur Zeit Jesu, religiöse Parteien und Bewegungen
  • Begriff und Gattung „Evangelium“
  • Die synoptische Frage
  • Wunder und Gleichnisse
  • Die vier Evangelien: Verfasser, Zeit, Ort und Adressaten, Komposition und Theologie, Wirkungsgeschichte

Einführung in die Briefliteratur:

  • der geschichtliche Rahmen, das kulturelle und religiöse Umfeld des frühen Christentums
  • Paulus, seine Briefe und seine Theologie
  • die Offenbarung Jesu Christi an Johannes

Einführung in Geschichte und Gegenwart der Schriftauslegung:

  • Kirchenväter und Heilige Schrift
  • die Aufklärung und ihre Auswirkungen: die historisch-kritische Exegese

Neue Formen der Schriftauslegung?